Reiserücktritt und Stornierungen: Was tun in Krisensituationen?

Epidemien, Überschwemmungen, Terroranschläge, Erdbeben – unvorhersehbare Situationen stellen die Urlaubsplanung vieler Menschen auf den Kopf. Was passiert, wenn du deine geplante Reise aus solchen Gründen nicht antrittst oder du im Urlaubsort festsitzt? Wir haben das Wichtigste für dich zusammengefasst.

leerer Strand
© Matthaeus Rojek/iStock

Zur aktuellen Lage

Auch im Urlaub gilt es, die Bestimmungen bzgl. der Corona-Pandemie zu beachten und Abstände sowie die Maskenpflicht einzuhalten. Infos zu den aktuellen Reisebestimmungen und zu den Maßnahmen der einzelnen Bundesländer findest du auf den Webseiten der Bundesregierung sowie des Deutschen Tourismusverbands.


Unvermeidbare außergewöhnliche Umstände

Als unvermeidbare außergewöhnliche Umstände (früher: “höhere Gewalt”) gelten solche, die von Reisenden und Reiseveranstaltern nicht kontrolliert werden können. Diese Umstände erschweren, gefährden oder beeinträchtigen die Reise und hätten nicht verhindert werden können.

Was sind unvermeidbare außergewöhnliche Umstände?

Beispiele:

  • Naturkatastrophen wie Vulkanausbrüche oder Waldbrände in unmittelbarer Nähe des Reisegebietes
  • Kriege und politische Unruhen
  • Ausbrüche gefährlicher Krankheiten (Verhängung von Quarantänen oder Reisewarnungen)

Falls du dir nicht sicher bist, ob unvermeidbare außergewöhnliche Umstände bestehen, achte auf Äußerungen des Auswärtigen Amtes oder andere formelle Warnungen. Deine persönliche Einschätzung spielt in dem Fall keine Rolle. Angst allein reicht nicht aus, um dich auf die außergewöhnlichen Umstände zu berufen.

Was wird erstattet und was nicht?

Bevor du deine Reise stornierst oder um Rückerstattung bittest, kontaktiere deinen Reiseveranstalter oder den Anbieter, bei dem du gebucht hast. Dieser gibt dir Auskunft über die aktuelle Lage. Bei Fragen oder Problemen steht dir offen, dich an die Verbraucherzentralen oder bei Reisen ins EU-Ausland an das Europäische Verbraucherzentrum (EVZ) zu wenden.

Bei Pauschalreisen

Hast du eine Pauschalreise gebucht, hast du keinen Grund zur Sorge. Denn im Falle von außergewöhnlichen Umständen werden dir jegliche Kosten deiner Reise erstattet, wenn diese Umstände während deiner geplanten Reisezeit bestehen. Liegt deine Reise noch in weiter Ferne, warte die Entwicklung der Situation ab und storniere erst, wenn es so weit ist.

Bei einzelnen Leistungen wie Flügen oder Hotels

Bei separat gebuchten Leistungen ist es etwas schwieriger als bei Pauschalreisen. Hier ist es wichtig, dass du nach deutschem Recht gebucht hast. Hast du das getan und die Leistung wird nicht erbracht, etwa weil bestimmte Gebiete gesperrt wurden, bekommst du dein Geld erstattet.

Hast du eine Unterkunft bei einem Anbieter im Ausland gebucht, gilt das Recht des Landes, in dem die Unterkunft liegt.

Auch Buchungen im Inland werden unter besonderen Umständen erstattet. Wird beispielsweise angeordnet, dass Übernachtungsangebote im Inland nur noch zu notwendigen, aber nicht zu touristischen Zwecken genutzt werden, bekommst du dein Geld zurück.

So gehen Anbieter mit dem Corona-Virus um

Airbnb hat die kostenlosen Stornierungsrichtlinien für besondere Umstände weltweit ausgeweitet. Falls du eine Buchung über Airbnb getätigt hast, wird dir damit ermöglicht, diese kostenlos zu stornieren, falls du:

  • bis einschließlich 14. März gebucht hast
  • und dein Check-in-Datum zwischen dem 14. März und dem 15. Juni 2020 liegt.

Für Buchungen, die nach dem 14. März 2020 getätigt wurden, gelten die normalen Stornierungsbedingungen.

Booking.com reagiert auf COVID-19 mit einem Appell an die Partner und Unterkünfte. Von diesen wird die Rückerstattung von Vorauszahlungen und der Verzicht auf jegliche Stornierungskosten erwartet. Das trifft ein, wenn Gäste oder Reisende aufgrund der erzwungenen Umstände eine Stornierung beantragt haben. Auch Booking.com verzichtet in diesen Fällen auf die Provision.

Wenn dir ein Gutschein statt eine Rückerstattung angeboten werden, bist du nicht verpflichtet, diesen anzunehmen. Denn in den genannten Fällen hast du das Recht auf Erstattung deines gezahlten Betrags.

Was passiert, wenn Probleme während deiner Reise auftreten?

Du befindest dich bereits im Reiseort und wirst von außergewöhnliche Umständen überrascht?

Du hast die Möglichkeit deine Reise

  • abzubrechen: Nicht genutzte Reiseleistungen werden dir erstattet und deine Rückreise wird, falls teurer als ursprünglich, vom Reiseveranstalter gezahlt.


oder

  • fortzusetzen: Du hast eventuell die Chance auf eine Preisminderung, wenn du einzelne Reiseleistungen nicht mehr in Anspruch nehmen kannst oder diese nicht mehr dem eigentlichen Standard entsprechen.

Falls eine Rückreise aufgrund von Quarantänemaßnahmen oder Sperrungen nicht möglich ist, kommt der Reiseveranstalter für eine notwendige Beherbergung von maximal 3 Nächten auf. Wenn dir selbst 14 Tage Quarantäne im Reiseort verordnet werden und deine Rückreise deswegen erst später stattfindet, zahlen Behörden oder der Staat diesen Aufenthalt. Bei nicht wahrgenommenen Flügen, bist du auf die Kulanz der Fluggesellschaft angewiesen.

Hilft eine Reiserücktrittsversicherung?

Nein, eine Reiserücktrittsversicherung bietet dir im Falle von außergewöhnlichen Umständen keine Vorteile. Sie sichert lediglich deine eigenen Risiken, wie beispielsweise Erkrankungen oder den Todesfall eines Angehörigen ab.

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