TOP 20: Der Aachener Dom

Der Aachener Dom, die Pfalzkapelle Karls des Großen, ist ein Meisterwerk. Sowohl künstlerisch, als auch architektonisch. Er gilt als Symbol der Einigung und des Wiederaufstiegs Westeuropas nach dem Ende des Römischen Reiches. Aufgrund seiner besonderen geschichtlichen Bedeutung wurde der Dom 1978 als erste Kulturstätte Deutschlands in die UNESCO-Welterbeliste eingeschrieben.

Aachener Dom
© Jorisvo/iStock

Halb göttlich, halb menschlich

Der Dom wurde als Palastkapelle Karls des Großen zwischen 793 und 813 erbaut und nur ein Jahr nach Fertigstellung auch zum letzten Ruheort des Kaisers. Die Zeitgenossen der Kapelle erklärten die Baukunst zu einem Wunder. Sie behaupteten, sie sei halb göttlichen, halb menschlichen Ursprungs. Mit den Säulen aus griechischem und italienischen Marmor und den Bronzetüren stellt der Dom ein außergewöhnliches Meisterwerk dar. Nördlich der Alpen ist der Aachener Dom seit der Antike das erste mit einer Gewölbedecke ausgestattete Bauwerk. Durch den klassizistischen und byzantischen Stil galt der Aachener Dom lange Zeit als Musterfall religiöser Architektur. Noch heute gilt er als außergewöhnliches Beispiel für Kapellen im julianischen Stil.

Aachener Königsthron

Im Inneren des Aachener Doms steht der Aachener Königsthron, auch Karlsthron genannt. Er ist ein in den 790er Jahren im Auftrag Kaiser Karls des Großen errichteter Thron. Er diente von der Krönung Ludwigs des Frommen zum Vize-Kaiser im Jahr 813 sowie ab der Krönung Ottos des Großen zum römisch-deutschen König im Jahr 936 bis zur Krönung Ferdinands I. im Jahr 1531 über 30 römisch-deutschen Königen als Krönungssitz. Daher wurde bereits im elften Jahrhundert vom Aachener Königsthron als Erzstuhl des ganzen Reiches gesprochen. Karl der Große selbst wurde nicht in Aachen, sondern im Jahr 768 in Noyon zum König und im Jahr 800 in Rom zum Kaiser (Augustus) gekrönt. Jedoch hat er höchstwahrscheinlich auf diesem Thron den in der Pfalzkapelle gehaltenen Messen beigewohnt.

Domschatz

Blick in die Kuppel des Aachener Doms
© A_Different_Perspective/Pixabay

Der Domschatz gehört zu den bedeutendsten Kirchenschätzen der Welt, er wurde 1978 zusammen mit dem Dom in die Liste der UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen. Der Domschatz umfasst eine Fülle von Schatzstücken aus den verschiedensten Epochen von der Spätantike bis in die Neuzeit. Nach Beseitigung der Kriegsschäden wurde die Schatzkammer 1946 wieder eröffnet und 1958 erneut umgebaut. Ein Teil des Domschatzes wird heute in der Domschatzkammer präsentiert.

Barbarossaleuchter

Der Barbarossaleuchter ist ein Radleuchter von 4,16 Metern Durchmesser, hängt etwa vier Meter über dem Boden von der Kuppel des Doms herab. Die Form orientiert sich auch an der Geometrie des Bauwerkes und weicht damit von den im Mittelalter üblichen, auf der Zahl zwölf basierenden Radleuchtern ab. Das Kunstwerk ist eine Stiftung Kaiser Friedrichs I. und seiner Frau Beatrix von Burgund. Datiert wurde der Leuchter auf die Zeitspanne um 1165 bis 1170. Der eiserne Leuchter besitzt feuervergoldete Kupfertürme. Ende der 1980er Jahre befand sich der Barbarossaleuchter in einem bedenklichen Zustand, so dass eine umfangreiche, achtjährige Sanierung erforderlich wurde. Die 48 Kerzen des Leuchters werden heute zu den Hochfesten und anderen besonderen Feierlichkeiten angezündet.


Öffnungszeiten:

Januar bis März: Täglich 07:00 - 18:00 Uhr

April bis Dezember: Täglich 07:00 - 19:00 Uhr

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