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    Bauwerke & Denkmäler

    Kemenate und Burgruine - Orlamünde

    Hausberg 29, 07768 Orlamünde

    Überblick

    Die Kemenate in Orlamünde ist das einzige erhaltene Gebäude der ehemaligen Burg Orlamünde. Aus einer Urkunde aus dem Jahr 1194, der sogenannten Orlamünder Pfarrurkunde, die auf ältere Urkunden Bezug nimmt, geht hervor, dass Orlamünde vor 1067 im Besitz des Grafen Otto von Weimar war. In seiner Regierungszeit dürfte die Kemenate schon vorhanden gewesen sein. Er verstarb ohne männliche Nachfahren.
    Es setzten langwierige und komplizierte Erbstreitigkeiten um die Grafschaft Weimar – Orlamünde ein. Erst der Urenkel Hermann der Tochter des Grafen Otto von Weimar konnte seinen Anspruch auf die Grafschaft durchsetzen. Er nannte sich als erster wieder Graf von Orlamünde. Offenbar war in dieser Zeit wegen der Zerstörung der Burg Weimar die Orlamünder Burg Hauptsitz der Grafen geworden.
    Unter dessen Sohn Siegfried (III), der seit 1181 mit der Dänischen Prinzessin Sophia verheiratet war, gelangte die Grafschaft durch Gütertausch mit Kaiser Friedrich (Barbarossa) zu einem großen geschlossenem Territorium und zu größter politischer Bedeutung. Da die Thüringer Landgrafen mit dem Tode Heinrich Raspes 1247 in männlicher Linie ausgestorben waren, wurden die Orlamünder Grafen zeitweilig zum mächtigsten Herrschergeschlecht in Thüringen.
    In der darauf folgenden Zeit zerfiel die Herrschaft in mehrere Linien.
    Die in Orlamünde ansässige Linie musste unter Graf Heinrich (IV) im Jahr 1344 ihre Gebietsteile wegen Überschuldung an den Landgrafen Friedrich übertragen. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Burg als Pfandobjekt an Landadlige ausgetan. Dabei verfiel sie zusehends, so dass nur noch die Kemenate als intaktes Bauwerk erhalten blieb. 
    1426 wurden die Zinnen übermauert, ein Zeltdach aufgesetzt und die Balken aller Etagen verstärkt.
    Vom 16. Jahrhundert bis 1840 diente die Kemenate als Speicher für Zinsgetreide.
    Die übrigen Reste der Burg wurden zwecks Gewinnung von Steinen zum Bau des Rathauses, der Saalebrücken, für Wohngebäude etc. abgerissen.
    Der Wohnturm ist 25 Meter lang, 12 Meter breit, die Traufhöhe beträgt 20 Meter. Es sind sechs Etagen vorhanden. In der untersten Etage befindet sich ein kleiner Raum für ca. 25 Personen und eine kleine Küche. In der zweiten Etage ist der Rittersaal mit Bühne (für ca. 80 Personen geeignet). In den anschließenden zwei Etagen befinden sich einige Ausstellungsstücke. Darüber ist ein kleines Heimatmuseum.
    Der Orlamünder Burgverein hat seit 1997 die Kemenate von der Stadt gepachtet. In vielfältiger Weise versuchen die Mitglieder das kulturelle Leben zu bereichern. In unregelmäßigen Abständen werden Kabarettabende, Theatervorstellungen, Ritteressen etc. angeboten. Jährliche Höhepunkt ist die Walpurgisnacht und das mittelalterliche Burgfest. 
    Die Kemenate beheimatet ein liebevoll gepflegtes, kleines Museum. Begonnen hatte alles mit einer Ausstellung aus Anlass des 800-jährigen Stadtjubiläums von Orlamünde in der Saalmühle. Später kam diese erste Ausstellung in die Kemenate. Ausgestellt sind vor allem die Dinge des täglichen Alltags zu Beginn des vergangenen Jahrhundert. Neben dem Hausrat gibt es eine breite Palette von landwirtschaftlichen und handwerklichen Utensilien zu bewundern. Einige Exponate stehen symbolisch für alte Traditionen in Orlamünde, wie der Strohbär.
    Die Ausstellung wurde 2010 erweitert. Außerdem ist es möglich, die Räumlichkeiten der Kemenate, insbesondere den großen Saal für Feiern und sonstige Festlichkeiten zu buchen. 
    Anlässlich der Feierlichkeiten zum 500. Jubiläum der Reformation in Deutschland zeigt die Kemenate ab sofort eine Dauerausstellung über den Reformator Andreas Bodenstein, genannt Karlstadt, eröffnet worden. Der Doktorvater (im heutigen Sprachgebrauch) von Dr. Martin Luther, sein Mitstreiter und auch Widersacher in den Reformationsbestrebungen,  war von 1523 bis 1524 Pfarrer in Orlamünde und für die umliegenden Ortschaften. Seine Geschichte und Rolle in der Reformationszeit  wird in der Ausstellung beschrieben und gewürdigt. Die wissenschaftlich historische Aufarbeitung des Themas erfolgte durch die Familie Dr.Peter Lange.
    Außerdem zeigt die Ausstellung die Kopien der Porträts von Bodenstein und Anna von Mochau, welche von Lucas Cranach d.Ä. anlässlich der Verlobung oder Eheschließung  gemalt wurden. Angefertigt wurden die Repliken von der Orlamünder Malerin Edeltraud Stapf.
    Aktuelle Informationen zu Führungen und Veranstaltungen finden Sie auf der Facebookseite des Orlamünder Burgenvereins
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    Adresse
    07768 Orlamünde, Hausberg 29

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    Erstellt am: 03.08.2016, Quelle: Thüringen-entdecken.de, Autor:in: keine Angabe

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