
Religiöse Bauwerke
Rundkirche Untersuhl
Kirchplatz, 99834 Untersuhl (Gerstungen)
Überblick
Im denkmalgeschützten Zentrum des Gerstunger Ortsteils Untersuhl befindet sich eine der wegen ihrer besonderen Bauweise ungewöhnlichsten Kirchen in Thüringen. Sie ist eine der wenigen Rundkirchen Europas. Wie ähnlichen Kirchbauten z.B. in Saas-Balen (Schweiz) oder auf Bornholm (Dänemark) gibt es kein Kirchenschiff.
Der Ursprung dieser Kirche mit der besonderen Form ist ungeklärt. Es gibt viele Vermutungen, die von einer frühchristlichen Kapelle römischen Ursprungs, über einen wehrhaften Burgturm aus dem Mittelalter bis zu einer Burgkapelle aus dem 11. oder 12. Jahrhundert reichen. Da sich sowohl romanische als auch frühgotische Bauelemente finden lassen und historische Aspekte dafür sprechen, ist letztere Variante nicht unwahrscheinlich. Fest steht, dass zur Zeit keine der Annahmen nachweisbar ist. Die bei Restaurierungsarbeiten 1993 im Innenraum teilweise freigelegten Wandmalereien, die um 1450 entstanden sein sollen, lassen jedenfalls auf eine frühe sakrale Nutzung des Rundbaues schließen. Am Rande der Talaue der Werra bei Untersuhl verlief bereits im 12. Jahrhundert ein wichtiger Seitenast der alten Heer- und Handelsstraße Via Regia. Zur Kontrolle dieser Straße soll hier zunächst ein Zollerhebungsstelle oder eine Warte vorhanden gewesen sein, aus der um 1580 die heutige Kirche durch Umbauten entstanden sein könnte. Der angrenzende Flurname Am Ritter und alte Überlieferungen stützen diese These.
Kirche und Turm wirken wie aus einem Guss - bei dem Kirchengebäude handelt es sich um eine sogenannte Zentralkirche. An der massiven, heute weiß verputzten Rundmauer des Unterbaus sitzt im Osten die Chornische im Dreiviertelkreisbogen. Aus leuchtend rotem Sandstein sind alle Werksteine an den Fenstern und Portalen gefertigt. Je zwei große rechteckige Fenster wurden im Westen und Osten in die Mauer eingebrochen und führen Tageslicht in das Innere. Auch der Hauptzugang erfolgt von Westen. Das Obergeschoss besteht aus Sichtfachwerk, welches bis 1954 vollkommen unter dem Putz verborgen war. Darüber sitzt der mächtige achtseitige Turmhelm aus der Zeit um 1615. Vier seitlich angefügte, nur zur Dekoration dienende Turmspitzen schmücken diesen 1688 neu verschieferten Turmhelm. Die Jahreszahl 1615 an einem vermauerten Fenster wird als Datum für eine Umbaumaßnahme gewertet. Als Filiale "Niedernsuhl" der Kirche in Gerstungen wurde die Rundkirche Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts in wesentlichen Teilen ausgebessert und im Zeitgeschmack verschönert, da 1688 ein Blitzeinschlag den Kirchturm völlig zerstört hatte. Neben dem Anbringen einer Turmuhr, der Erneuerung von Altar, Taufstein und Kanzel und der Restaurierung bzw. Neuanschaffung der 3 Glocken, baute man eine Empore im Innenraum ein, der später eine zweite folgte. Deren Brüstungen wurden um 1700 vom Kirchenmaler Johann Christoph Wahnes aus Berka/Werra bemalt. Das Bildprogramm zeigt bei der unteren Empore die Apostel, an der oberen Empore wurden die Propheten dargestellt. Bemerkswert ist die Tatsache, dass Wahns bei der Darstellung der Heiligen damals in Untersuhl lebende Personen porträtierte. Das einst vorhandene Himmelsgewölbe war mit Engeln und Sternen geschmückt, es verschwand aber nach der Restaurierung von 1956. Der Zugang zu den Emporen erfolgt von Süden über eine doppelseitige hölzerne Außentreppe.
An der Kirche wurden immer wieder Restaurierungen durchgeführt, bis um 1900 unter dem sehr engagierten Superintendenten Stölten großzügige Spenden eine Generalrenovierung des Innenraumes und des Kirchturmes ermöglichten. Dabei versah man unter anderem die Altarfenster mit schönen Bleiverglasungen, die, nachdem sie 1950 entfernt worden waren, nach der Wende mit Spendenmitteln erneuert werden konnten.
(Quelle: Wikipedia und www.gerstungen.de/...)
Adresse
99834 Untersuhl (Gerstungen), Kirchplatz
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