Ehemaliges Pfarrhaus
    StadtrundgangLeicht

    Dorfrundgang Rohren

    52156 Monschau
    2,64 km
    Strecke
    1:30 h
    Dauer
    59 m
    Anstieg
    59 m
    Abstieg

    Überblick

    Auf der Wanderkarte am Parkplatz stellen wir fest, dass Rohren und seine Umgebung einiges zu bieten haben. Hier beginnt auch der Naturlehrweg, der unter anderem zum Holzkohlenmeiler und zur historischen Sägemühle im Kluckbachtal führt. Doch das sparen wir uns für eine andere Wanderung auf. Unser heutiges Ziel ist der Ort selbst. Auf dem Weg zur Kirche erreichen wir zunächst das ehemalige Pfarrhaus. Die beiden mächtigen Lindenbäumen im Vorgarten, die Fassade aus Bruchstein und Fachwerk sowie die kunstvoll gearbeitete Haustür sind Romantik pur. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. An der Pfarrkirche ist sie nicht spurlos vorübergegangen. Im Jahr 1700 errichteten die Rohrener ihr erstes Gotteshaus, das 1865 einem geräumigeren Neubau weichen musste. Bei der Sprengung im September 1944 durch die SS fiel der Turm auf das Kirchenschiff. Der Bevölkerung aus Rohren und Widdau gelang es, einen großen Teil der Außenmauern zu erhalten und ihr Gotteshaus wieder aufzubauen. Im Kirchenschiff hat noch ein Zeugnis aus alter Zeit überdauert. Es ist ein Gedenkstein aus dem Jahr 1724, der sich über dem Eingang befindet. Gegenüber der Kirche bemerken wir ein eigenartiges Gestell mit einer Tafel, die über die Geschichte des Ortes informiert. Es ist der Nachbau eines Ziehbrunnens, wie er auf alten Fotografien zu sehen ist. Noch bis zum Bau der Wasserleitung im Jahr 1957 schöpften die Einwohner mit der „Pötzroot“, einer Holzstange mit Haken und Eimer, Wasser aus den Brunnen vor den Häusern. Ein Brunnen befindet sich übrigens in dem Bruchsteingemäuer in der Hecke. Wir setzen unseren Weg durch die Parkanlage mit Schutzhütte und alten Obstbäumen fort. Mit dem Gebäude im Winkel von Dröft und Markstockstraße, in dem sich heute ein Lebensmittelgeschäft befindet, hat es seine besondere Bewandtnis. Es war das erste, 1830 erbaute Schulhaus samt Lehrerwohnung. Schon bald reichte der Platz nicht mehr aus. 1865 wurde gegenüber die neue Schule erbaut. Seit 1968 besuchen die Rohrener Kinder die Grundschule in Höfen. Das Schulgebäude dient heute als Belegferienhaus für Jugendgruppen. Hinter dem Rohrener „Versorgungszentrum“ befindet sich ein 1903 errichtetes Kapellchen. Es ist dem hl. Josef geweiht, dessen Sterbeszene im Innern dargestellt wird. „Jesus, Maria, Joseph, steht uns bei in der Stunde des Todes“ ist auf einer Tafel zu lesen. Noch heute wird hier für Sterbende gebetet. Vorbei an schmucken Häusern und gepflegten Vorgärten setzen wir unseren Weg durch Lommersgasse und Riehelskuhl fort. Bis zur Hauptstraße geht es nun leicht bergauf. Dass wir auf unserem Rundgang auf keine alten Häuser treffen, ist das Ergebnis der heftigen Kämpfe von Herbst 1944 bis Anfang 1945. Wenige Monate genügten, um Alt-Rohren in Trümmer zu legen. Lediglich zwei Häuser blieben unversehrt. Einem der Beschädigten wurde eine besondere Ehre zuteil. Es wurde sorgfältig demontiert und im Rheinischen Freilichtmuseum Kommern in seinem ursprünglichen Zustand wieder aufgebaut. Ein wenig verwundert sind wir beim Blick auf das Straßenschild „Burggasse“. Doch der Weg führt nicht, wie man vermuten könnte,  zu einem trutzigen mittelalterlichen Wehrbau. Gemeint ist ein Gehöft, dessen Ursprung auf die Zeit um 1600 zurückgeht. Nach zwei Feuersbrünsten geschah um 1700 etwas für das Dorf völlig ungewöhnliches. Der betuchte Hausherr ließ sich von Maurern aus dem Aachener Raum einen zweigeschossigen Neubau weitgehend in Massivbauweise aus Venwegener Bruchstein errichten. Da es in Rohren ansonsten nur Fachwerkhäuser gab, war bald nur noch von der „Burg“ die Rede. An der Retzstraße treffen wir auf ein imposantes Naturdenkmal, eine über 400 Jahre alte Bergulme. Dieser Laubbaum ist im Monschauer Land nur noch selten zu finden. Das Ehrenmal unter der weiten Baumkrone erinnert an die Gefallenen der beiden Weltkriege. Unser nächstes Ziel ist das Sommer- und Wintersportzentrum in der Rödchenstraße, zu dem auch eine Blockhütte gehört. Den Weg dorthin kann man Dank der Hinweisschilder nicht verfehlen. Die große Attraktion des Freizeitgeländes ist die 751 Meter lange Abfahrt auf der Sommerbobbahn. Zahlreiche Spielgeräte sorgen dafür, dass es den kleinen Besuchern nicht langweilig wird. Im Winter ist der Hang.fest in der Hand der Skifahrer, die hier all das vorfinden, was das Herz eines Wintersportlers begehrt. Doch es gibt noch einen weiteren Grund, eine Pause einzulegen. Von hier aus bietet sich ein herrlicher Blick auf den Höhenzug am Rand der Hohen Venns. Er erstreckt sich von Kalterherberg bis nach Mützenich. Auf unserem Weg durch die Rödchenstraße bleiben wir immer wieder kurz stehen, um die Fernsicht zu genießen. An der Einmündung in die Straße „Am Kirchrott“ steht rechts vom Weg die 1999 auf Anregung des Rohrener Heimatvereins wieder aufgebaute Marienkapelle. Ihr gegenüber erhebt sich eine ungewöhnlich mächtige Schutzhecke. Hier soll das erste Haus von Rohren gestanden haben. Nun wollen wir noch eine besondere Sehenswürdigkeit aufsuchen. Wir gehen zunächst in Richtung Ortsmitte und biegen dann nach rechts in die Borngasse ein. Am Ende des Wohngebietes erwartet uns eine romantische Weidelandschaft. In der Nähe des Waldrandes gelangen wir an einen Platz mit mehreren Ruhebänken und einen eingefriedeten Park. Schon von weitem hören wir das Plätschern eines Springbrunnens. Dort angelangt stehen wir vor der großen, 1903 auf Initiative des Rohrener Pfarrers Hesseler angelegten Lourdes-Grotte. Sie ist Ausdruck der tiefen Frömmigkeit und des Gottvertrauens der Menschen. Nach der Herrichtung des Bauplatzes schafften Fuhrleute aus Rohren und Widdau mit ihren Gespannen 150 Wagenladungen Bruchsteine und Sand herbei. Mit Hilfe von Zement und Schlackensteinen aus dem Hüttenwerk von Aachen-Rothe Erde entstand innerhalb kürzester Zeit eine künstliche Höhle mit Nischen, Säulen und Tropfsteinen. Noch heute ist die Grotte Ziel von Pilgern, die die Gottesmutter um Hilfe in der Not anflehen. Der Rückweg führt durch die Borngasse zur Kirche. Bevor wir abfahren, werfen wir noch einen Blick auf die Wanderkarte am Parkplatz. Eines ist sicher: In der Umgebung von Rohren gibt es noch einiges zu entdecken.
    Merkmale
    Kondition
    Technik
    Erlebnis
    Landschaft
    Höchster Punkt553 m
    Tiefster Punkt500 m

    Eigenschaften

    geologische HighlightsRundtourEinkehrmöglichkeitfamilienfreundlichFlora
    Beste Jahreszeit
    Jan
    Feb
    Mär
    Nov
    Dez
    overview of the map
    Startpunkt
    52156 Monschau

    Tour und Route gefunden bei:

    Erstellt am: 23.05.2013, Quelle: StädteRegion Aachen, Autor:in: Krzysztof Luzar

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