
StadtrundgangMittel
Stadtrundgang Querfurt
Querfurt
4,91 km
Strecke
1:15 h
Dauer
32 m
Anstieg
33 m
Abstieg
Überblick
1. Rathaus
Die Errichtung des Rathauses geht auf die Edlen Herren von Querfurt zurück (Ersterwähnung 1455). Nach zwei großen Stadtbränden (1655/1678) wurde das Rathaus nicht nur repariert, sondern auch ein 30 Meter hoher Archivturm mit Bläserloge und Turmknopf errichtet (1699-1701). Zur gleichen Zeit passte man die gotischen Fenster dem Stil des Barocks an oder mauerte sie zu. 1710 folgte der Bau des nördlichen Treppenturmes, 1727 mit Sonnenuhr verziert und 2013 restauriert. Aufgrund des erhöhten Verwaltungsaufwandes wurde 1890 ein Erweiterungsbau notwendig. Spätere Renovierungsarbeiten enthüllten verschiedene Schmuckelemente wie z.B. zwei Gaffköpfe am Ostgiebel als Schutz vor bösen Geistern. Heute ist das Rathaus ist Sitz der Stadtverwaltung. Im Feststsaal finden die Ratssitzungen und standesamtlichen Trauungen statt.
2. Georg-Muche-Haus
Der Maler, Grafiker und Hochschullehrer Georg Muche wurde hier am 8. Mai 1895 geboren (gestorben 1987 am Bodensee). 1920 berief ihn Walter Gropius als jüngsten Meister an das Staatliche Bauhaus in Weimar. Weitere Professuren folgten in Berlin und Breslau. 1937 wurden seine öffentlichen Werke beschlagnahmt und zwei davon in der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München gezeigt. Er war damit von den Nationalsozialisten geächtet. Zwischen 1935 und 1973 entstanden seine "Tafeln der Schuld", bestehend aus 29 Zeichnungen, die 1978 auf Burg Querfurt ausgestellt wurden. Als Architekt entwarf er das bekannte Musterhaus des Bauhauses Weimar (Haus am Horn) und das Stahlhaus in Dessau-Törten. 1979 verlieh ihm die Hochschule für Architektur Weimar die Ehrendoktorwürde.
3. Schießgraben
Der Schießgraben befindet sich an der Ostseite der Stadtmauer und gehört zu den ältesten Straßen Querfurts. Erwähnt wird dieser Abschnitt bereits um das Jahr 1198. Der Name „Schießgraben“ geht vermutlich auf die Übungsschießen zurück, die die Stadtwache hier durchführte.
4. Johannes Schlaf-Haus
Am 21. Juni 1862 wurde der Dramatiker, Erzähler und Übersetzer Johannes Schlaf in diesem Haus geboren. Er gilt als einer der bedeutendsten Vertreter des Naturalismus und trug als Übersetzer entscheidend zur Verbreitung der Werke von Walt Whitman, Emile Verhaeren und Emile Zola bei. Da Johannes Schlaf dem Nationalsozialismus nahe stand, werden Teile seiner Werke kritisch gesehen. Dennoch sind seine Erzählungen über „Dingsda“, wie er Querfurt darin nannte, bis heute beliebt.
5. Stadtkirche St. Lamperti
Die spätgotische Stadtkirche St. Lamperti geht auf einen aus dem 12. Jahrhundert stammenden Vorgängerbau zurück, der Sakristei-Anbau erfolgte 1523. 1543 fand der erste evangelische Gottesdienst statt. Der Glockenturm wurde 1643 auf Befehl des schwedischen Generals Königsmargk teilweise abgetragen. Die Stadtbrände (17. Jh.) erzwangen umfangreiche Instandsetzungsarbeiten, wobei der Innenraum im Stil des Barocks gestaltet wurde. Die Erneuerung des Turmes mit barocker Haube fand unter den Herzögen von Sachsen-Weißenfels statt (1703-1709).
Besonderheiten: ein im Weißenfelser Barock gehaltener, künstlerisch wertvoller Altar (1720), zwei romanische Säulen aus dem Kloster Mariazell (Hauskloster der Edlen Herren von Querfurt), Orgel mit 32 Registern und 1791 Pfeifen (19. Jh.).
6. Denkmal Jacob-Christian Schäffer
Jacob Christan Schäffer (1718-1790) war Universalgelehrter für Theologie, Biologie, Technik). Sein Werk zu Pflanzenheilstoffen nutzte der Pharmazie. Schon zu seiner Zeit war seine Konstruktion einer handbetriebenen Waschmaschine populär. 1770 eröffnete er in seinem Wohnhaus ein Naturkundemuseum, zu dessen Besuchern auch Goethe gehörte. Aufgrund seiner wissenschaftlichen Verdienste wurde er zum Professor und Rat des Königs von Dänemark ernannt, war Mitglied in den wissenschaftlichen Akademien von London, St. Petersburg, Berlin, München und Mannheim sowie in den wissenschaftlichen Gesellschaften von Florenz, Bern, Göttingen und Duisburg.
7. Burg Querfurt
Die Burganlage ist die größte Mitteldeutschlands und zählt zu den am besten erhaltenen Europas. Die berühmte Eisenacher Wartburg würde siebenmal darin Platz finden. Besonders beeindruckend sind die romanische Burgkirche, die Westtoranlage und die drei Türme. Von kunsthistorischem Wert ist die Grabtumba des Edlen Herrn Gebhard XIV. Im Burgmuseum wird die Geschichte der Burg, ihrer Erbauer und des damaligen Alltags in einer modernen Ausstellung gezeigt. Durch ihren hervorragenden Erhaltungszustand diente sie als Kulisse für Filme wie „Die Päpstin“, „Der Medicus“ und „Räuber Hotzenplotz“.
8. Bauernmuseum
Die ehemalige Burgschäferei stellt alte landwirtschaftliche Maschinen, Geräte und Transportmittel aus: darunter verschiedene Kutschen und Schlitten, eine Caess Dampfmaschine (1920), mehrere Lanz Bulldogs sowie den ersten Mähdrescher-Typ der DDR (E175).
Ein Bauernhaus illustriert anschaulich die frühere Lebensweise inkl. Originalgegenständen aus den 30er Jahren. Außerdem werden verschiedene mit der Landwirtschaft in Verbindung stehende Berufe wie Schmied, Fleischer oder Schäfer vorgestellt. Für Kinder ist der Streichelzoo mit bäuerlichen Hoftieren interessant. Dazu gehört der Burgesel, der traditionell im Bauernmuseum gehalten wird, was in einer alten Sage um den Heiligen Brun von Querfurt begründet liegt.
9. Braunsbrunnen
Der Brunnen (errichtet 1935) ist dem Heiligen Brun gewidmet. An dieser Stelle ließ laut Legende der der Heilige Brun eine Quelle entspringen: In Abwesenheit ihres Mannes gebar die Schwägerin von Brun Neunlinge. Damals glaubte man, das bedeute, sie habe mit neun verschiedenen Männern geschlafen. Acht der neun Kinder sollten deshalb in ihrem Auftrag ertränkt werden. Brun verhinderte den Mord, ließ an Ort und Stelle eine Quelle entspringen und taufte die Kinder. Anschließend wuchsen sie bei acht verschiedenen Familien auf. Als die Kinder fast erwachsen waren, offenbarte Brun sein Geheimnis gegenüber seiner Familie.
10. Thalgarten
Der Thalgarten ist die Verbindung zwischen dem früher eigenständigen Thaldorf und der Altstadt. Er beherbergt ein romantisches Ensemble aus alten Bäumen am Fuß der Burg sowie einen Ententeich.
11. Städtischer Friedhof
Der Stadtfriedhof wurde zur Zeit der Reformation angelegt. Die steinernen Monumente aus fünf Jahrhunderten belegen die außerordentliche Kunstfertigkeit der regionalen Steinmetze (älteste Grabmale vor 1550). Der Friedhof besticht mit seiner Ruhe und den Geschichten, die viele Grabmale erzählen. Den Eingang zum historischen Teil des Friedhofes markiert die Kapelle (1. Hälfte des 18. Jh.).
12. Wachturm / Stadtmauer
Die innere, noch teilweise gut erhaltene Stadtmauer (Umfang 1.030 Meter) umschloss die Stadt im 13. Jh. ringförmig, mit Anschluss an die Burg-Umwehrung. Innerhalb liegen bis heute Markt, Kirchplatz, Nebraer Straße, Schloßstraße, Klippe und Tränkstraße. Drei Stadttore (Steinwegpforte, Tränktor und inneres Nebraer Tor) boten Zugang. Im Nordwesten und im Osten sind Mauerteile doppelt gefasst (Stärke 1,6-1,8 Metter) mit einer Höhe von 7 Metern, an der West- und Südseite erreichen sie eine Höhe von 5-7 Metern.
Die vier Wehrtürme waren Teil der äußeren Stadtmauer (Abriss 19. Jh.), von der nur noch wenige Teile erhalten sind, wie z.B. die Wachtürme. Weitere Türme befinden sich in östlicher Richtung, im Stadtbad oder auf dem Karlstadter Platz.
13. Grundschule / Ehemaliges Kloster
Auf dem Gelände der Grundschule stand einst ein Karmeliterkloster (1401 bis in die 1550er Jahre). Nach Bränden 1619 und 1678 wurden sie notdürftig bis 1754 als Wohnraum genutzt und danach völlig abgetragen. 1889 entstand eine Volksschule, heute als Grundschule genutzt.
Tipp: Eine noch erhaltene Klosterpforte ist zu entdecken, wenn Sie an der Schulmauer entlang in die Gartenstraße einbiegen.
14. Matzplatz
Vermutlich vom Wort „Matthiasplatz“ abgeleitet, lag er früher vor der Stadtmauer und war immer Zugang zur Stadt über das sog. Tränktor (auf Höhe des heutigen Sparkassengebäudes). Der heutige Matzplatz mit der Spiegelbrücke war die ursprüngliche „Furt über die Querne“, die der Ansiedlung den Namen gab.
Die Querne plätschert die meiste Zeit des Jahres, aus dem Ziegelrodaer Forst kommend, gemütlich vor sich hin, bevor sie bei Obhausen in die Weida mündet. Die Hochwassermarken am Gebäude mit der Hausnummer 9 erinnern an verschiedene Hochwasser der Querne mit verheerenden Schäden.
Merkmale
Kondition
Technik
Erlebnis
Landschaft
Höchster Punkt198 m
Tiefster Punkt165 m
Eigenschaften
Rundtour
Beste Jahreszeit
Jan
Feb
Mär
Apr
Mai
Jun
Jul
Aug
Sep
Okt
Nov
Dez
Startpunkt
Querfurt
Das aktuelle Wetter
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