Wanderurlaub in Deutschland

Wanderurlaube bedeuten die pure Erholung vom anstrengenden Arbeitsalltag. Sitzt oder steht man den ganzen Tag drinnen, kann man im Urlaub endlich raus und durchatmen. Gerade aktive Urlaube sorgen dafür, dass man sich hinterher erholt und bereit für den Arbeitsalltag fühlt. Neue Eindrücke, Ruhe und Bewegung bieten den perfekten Ausgleich zu Eintönigkeit oder Stress. Man muss nicht einmal unbedingt bis in die Alpen reisen. Auch im Mittelgebirge mit Harz, Frankenwald, Westerwald und einigen weiteren Regionen gibt es viel zu entdecken.

Berglandschaft mit Blumen
© Gorilla/AdobeStock

Was ist unter Wandern im Allgemeinen zu verstehen?

Berghütte am See
© wolfgang-lutz/unsplash

Wandern ist eine der beliebtesten Arten die Natur zu genießen. Dabei kannst du für dich herausfinden, wie du das meiste aus deinem Wanderurlaub herausholen kannst. Wandern kann ein gemütliches Schlendern durch die Landschaft sein, bei dem man jede Aussicht besonders genießt. Es kann aber auch eine sportliche Herausforderung sein, bei der man seine Grenzen testet. Oder eben alles dazwischen. Manchmal kommt es auch auf die Strecke an, ob eher der Weg das Ziel ist, oder ob es darum geht, den Gipfel zu erklimmen. Wandern ist nicht nur auf Berge beschränkt. Wälder, Seen oder das Meer können sich ebenso gut als Wanderregion eignen.
Besondere Formen des Wanderns sind zum Beispiel Hüttentouren, bei denen du von einer Almhütte zur nächsten wanderst und dein eigenes Gepäck selbst den Berg hinaufträgst. Eine Extremform davon ist das sogenannte Biwaken. Hier trägst du nicht nur dein eigenes Gepäck, du übernachtest sogar im Freien – nur im Schlafsack. In den Alpen gibt es hierfür aber einige sogenannte Biwakschachteln. Diese sind sehr kleine Unterkünfte in denen man Notfalls übernachten kann.
Ein neuer Trend ist das sogenannte Trailrunning. Trailrunner wandern nicht, sie joggen oder rennen Berge und felsige Pfade hinauf und herunter. In Städten, in denen es sich anbietet, findest du diese Trailrunner auch an großen Treppen.
Ein anderer Trend ist die Alpakawanderung. Dabei kannst du in Gruppen und mit der ganzen Familie mit Alpakas als Begleitung wandern gehen.

Tipps und Tricks

Wie verhalte ich mich richtig und was bringt mir das?

Wer wandert, möchte die Natur genießen. Die meisten Regeln die man – vor allem in Naturschutzgebieten – einhalten sollte, helfen einem dabei.
Ach das bisschen Plastik… Es gibt keine Rechtfertigung, Müll in der Natur liegen zu lassen. Denn damit trägst du deinen Teil dazu bei genau das zu zerstören, was du gerade noch genossen hast. Denn: Müll auf den Wegen schadet nicht nur der Umwelt, er sieht auch einfach nicht schön aus. Lässt du Müll liegen, kannst du ihn in den meisten Fällen wiederfinden, wenn du das nächste Mal in der Gegend bist. In den Bergen oder im Wald gibt es nämlich keine Müllabfuhr.
Kinder müssen halt laut sein… Das mag sein, aber sicher nicht immer, überall und ununterbrochen. Du kannst deinem Kind vor dem Wandern erklären, worauf es achten sollte, dass man manchmal auch Rücksicht nehmen muss und trotzdem Spaß haben kann. Genauso solltest du deinem Kind nicht aus voller Lunge hinterherrufen, wenn es sich mal zu weit entfernt.

Man sollte 500 Milliliter Wasser pro 2 Stunden Wandern dabei haben und trinken.

Gehe niemals ohne Schokolade oder Müsliriegel wandern.

Laufe deine Schuhe vor der ersten großen Tour gründlich ein.

Rechne vorher aus, ob du vor Sonnenuntergang wieder zurück bist.

Achte auf deinen Körper. Wenn dir schwindlig oder kalt ist, nimm den kürzesten Weg zurück.

Wie viele Stunden/Kilometer/Höhenmeter kann ich am Tag wandern?

Wie viele Stunden du wandern kannst ist nur davon abhängig, wie fit du bist. Je nachdem ob du viele Pausen machst, kann eine Route schnell auch mal eine Stunde länger dauern. Auch macht deine Gehgeschwindigkeit einiges aus. Wandern kann nämlich ein langer Spaziergang sein, bei dem du oft stehen bleibst und die Umgebung bestaunst. Es kann aber auch eine sportliche Herausforderung sein, bei der du schnell auch mal ins Schwitzen kommst. In jedem Fall hilft es, so viel wie möglich über die geplante Strecke zu wissen.
Die gute alte Wanderkarte ist bis heute dein bester Freund. Das Handynetz ist nämlich gerade in Deutschland nicht ideal ausgebaut und du kommst schnell in Regionen, in denen du kein Internet hast, um dich über Online-Karten zu orientieren. Auch sind aus dem Internet ausgedruckte Karten oft ungenau. Hast du dich für eine solche entschieden, solltest du darauf achten, dass genügend Straßennamen eingetragen sind, die dir helfen dich zu orientieren. Nur weil im Internet steht, das es farbliche Markierungen gibt, muss es sie nicht wirklich geben. Findest du unterwegs eine aufgestellte Karte, macht es immer Sinn, diese abzufotografieren und sich die Strecken anzusehen.

Zugspitze
© Volker Werner/Fotolia

Bist du in der Regel nicht sportlich aktiv und planst gerade deine erste Wanderung, kannst du vor dem Urlaub erstmal eine Stunde spazieren gehen um herauszufinden, wie gut du zu Fuß bist. Ist die Stunde kein Problem, kannst du ohne Probleme Wanderungen planen die zwei bis drei Stunden dauern. Fühlt sich die Stunde zäh an, sind Rundwege, für die nicht mehr als zwei drei Stunden angegeben sind, eher zu empfehlen. Bedenke dabei, dass du nicht mehr in deinem Heimatort bist und es auf deinem Wanderweg viele schöne Aussichten geben wird. Dadurch vergeht die Zeit immer schneller und der Weg kommt einem nicht so anstrengend vor. Wird es dann aber doch mal zu anstrengend, kannst du dich immer kurz ausruhen und in deinem Tempo weitermachen. Mehr als 100 - 200 Höhenmeter Steigung sollte die Strecke nicht haben.

Eine entspannte Tagestour dauert etwa sechs bis sieben Stunden. Für Anfänger ist das am Urlaubsanfang nicht zu empfehlen, vor allem nicht, wenn du noch keine Schuhe besitzt, die schon gut eingelaufen sind. Für Fortgeschrittene oder Anfänger in der zweiten Urlaubswoche sind solche Tagestouren aber gut zu bewältigen. Hier solltest du aber vor allem darauf achten, wie viele Höhenmeter zurückgelegt werden. Wer fit ist, kann eine Tagestour mit 400 - 600 Höhenmetern gut schaffen. Hier findest du mehr zum Thema Wandern als Tagesausflug.

In Deutschland, gerade auch im Mittelgebirge, gibt es viele schöne Weitwanderwege (Fernwanderwege), wie den Heidschnuckenweg, den Schluchtensteig (Südschwarzwald), den Malerweg (Sachsen), den Eifelsteig (NRW), Goldsteig (Oberpfälzer- und Bayerischen Wald) und den Rheinsteig. Auf solchen Pfaden verbringt man mehrere Tage und legt in Tagesetappen meistens Strecken zurück, die zwischen drei und sieben Stunden dauern.

Wer auf der Suche nach einer sportlichen Herausforderung ist, kann Tagestouren planen, an denen zwischen 1000 und 1200 Höhenmeter zurückgelegt werden. Für solche Strecken solltest du dann mindestens acht bis zehn Stunden einplanen. Ist eine solche Strecke sehr gut ausgebaut und nicht zu steil, kannst du sie allerdings auch schaffen, wenn du schon länger nicht mehr sportlich aktiv warst. Dann solltest du dir allerdings Zeit lassen und mit gedrosseltem Tempo beginnen. Gerade bei langen Strecken ist es wichtig, seine Kräfte am Anfang einer Route zu schonen und die Steigung nicht zu unterschätzen. Auch solltest du immer auf deinen Körper hören und entsprechend handeln.

Bei der Frage wie viele Höhenmeter man am Tag zurücklegen kann, solltest du auch beachten, wie hoch du am Ende kommst. Mit 2959 Metern ist die Zugspitze der höchste Berg in Deutschland. Die Höhenkrankheit kann bereits ab 2000 Metern zum Problem werden. Sie sollte auf keinen Fall unterschätzt werden, da diese in nicht wenigen Fällen tödlich enden kann. Ist also geplant an einem Tag auf über 2000 Meter aufzusteigen, sollte das ab 1500 Metern zu Fuß geschehen. Vor einem Aufstieg in solche Höhen kannst du nie mit Sicherheit wissen, ob du Höhenkrank wirst oder nicht. Du schützt dich dagegen vor allem, indem du genug Wasser trinkst und zu Fuß aufsteigst, um deinen Körper langsam an die Höhe zu gewöhnen. Auch solltest du auf über 2000 Metern Höhe nicht mehr als 300 - 500 Höhenmeter pro Tag aufsteigen. Das klingt erstmal wenig, beachten sollte man allerdings, dass die eigene Leistungsfähigkeit pro 1000 Meter um 10 Prozent abnimmt.

Ausrüstung

Das wichtigste bei einer Wanderung sind immer die Schuhe. Hier sollte auf keinen Fall gespart werden. Lass dich dazu am besten in einem Fachgeschäft beraten. Im Folgenden findest du Checklisten zu verschiedenen Themen, aus denen du dir deine passende Packliste zusammenstellen kannst.

Orangener Wanderrucksack
© simon-migaj/unsplash
  • Daunen- oder Skijacke
  • Handschuhe
  • Schal
  • Mütze
  • Thermoskanne mit Kaffee, Tee oder Kakao
  • Taschentücher
  • Zeckenset
  • Sonnencreme
  • Sonnenbrille
  • Hut
  • Softshelljacke
  • Trinkwasser
  • Badesachen
  • Zeckenset
  • Wasserfeste Kleidung
  • Taschentücher
  • Schal
  • Mütze
  • Handschuhe
  • Spielzeug zur Beschäftigung
  • Feuchttücher
  • Ersatz- oder Funktions-
    kleidung
  • (Kinderkraxe)
  • Decke
  • Leine
  • Extra Zeckenset
  • Wasserschale und Wasser
  • Hundefutter
  • Hüttenschlafsack
  • Rucksack (30 - 40 Liter)
  • Ladeakku und -kabel (Smartphone)
  • Stirnlampe oder Taschenlampe
  • Ohrstöpsel
  • Reisewaschmittel
  • Wechselkleidung
  • Zwiebellook, der sich an jede Temperatur und jedes Wetter anpassen kann
  • Kompass oder GPS-Gerät
  • … ausreichend Wasser, also ungefähr 500 Milliliter pro zwei Stunden wandern.
  • ... genügend Proviant für unterwegs.
  • ... zusätzlicher Zucker in Form von Müsliriegeln, Bonbons oder Schokolade.
  • … ein Erste-Hilfe-Set mit allen hilfreichen Telefonnummern wie die vom Hotel oder den Bergrettern.
  • … eine offline verfügbare, gut lesbare Karte.
  • … ein zusätzlicher Plastikbeutel für Müll.

Wandern für Alleinreisende

Ein Wanderurlaub kann für Alleinreisende besonders schön sein. Egal ob du endlich Zeit für dich brauchst oder neue Menschen kennenlernen willst. Beim Wandern ist nicht nur beides möglich, du kannst dich in vielen Fällen auch jeden Tag neu entscheiden was dir gerade lieber ist. Gerade in den Alpen und im Schwarzwald gibt es nämlich eine große Auswahl an Wanderhotels. Das Besondere an diesen Hotels ist, dass diese geführte Wandertouren für verschiedene Schwierigkeitsgrade anbieten. Du kannst dir einfach eine Tour aus dem Angebot raussuchen, die dir gefällt und die du alleine vielleicht nicht gemacht hättest. Dann musst du nur noch zur richtigen Zeit am Treffpunkt warten. Der Guide freut sich über jeden, der dabei ist, es gibt also keinen Grund schüchtern zu sein. Dabei kannst du jeden Tag spontan entscheiden worauf du Lust hast. Wenn dir mal keine Tour zusagt, kannst du auch einfach alleine losziehen und die Gegend erkunden. Im Hotel wird man dich dann sicher beraten können.
Auch wenn alleine wandern eine wirklich schöne Erfahrung ist, die man unbedingt Empfehlen kann, gibt es ein paar Dinge auf die du achten solltest. Wandern kann gefährlich sein – besonders in den Bergen. Egal, wie erfahren du bist, solltest du manche Strecken nicht einfach alleine machen. Wenn das Hotelpersonal davon abrät die Strecke alleine zu unternehmen, hat das sicher seine guten Gründe. Wenn du alleine losziehst, kannst du sicherheitshalber dem Hotelpersonal Bescheid geben wo und wie lange du unterwegs bist. Das fühlt sich erstmal komisch an, man ist ja erwachsen, kann dir aber im Falle des Falles das Leben retten.
Willst du auf keinen Fall ohne Begleitung wandern, gibt es auch die Möglichkeit, an verschiedenen geführten Wandertouren teilzunehmen. Dabei liegt es auch an dir wie sehr du dich in die Gruppe integrieren möchtest. Auch hier gilt: alles kann, nichts muss.

Person vor Bergsicht
© eric-ward/unsplash

Wandern mit Hund

Für deinen Hund ist ein Wanderurlaub wahrscheinlich das Größte. Es gibt nur viele Dinge die beachtet werden wollen. Fährst du mit deinem Hund in den Urlaub, musst du schon bei der Suche nach dem passenden Hotel darauf achten, dass dein Hund dort erwünscht ist.
In der Deutschen Bahn können Hunde bis zu der Größe von Katzen in geschlossenen Hundeboxen umsonst mitgenommen werden. Ist der Hund größer, muss für diesen der halbe Fahrpreis gezahlt werden. Dabei muss der Hund immer angeleint sein und einen Maulkorb tragen. Fährst du mit dem Auto, sollte dein Hund ausreichend Platz haben und angeleint sein. Denke auch an Leckerlies und Wasser. Hier findest du mehr zum Thema Urlaub mit Hund.
Je nachdem was du für einen Hund hast, kann dieser nicht jeden Weg mitlaufen. Die Strecke sollte aber generell keine Abschnitte haben, auf denen man klettern muss. Genauso wie du muss sich dein Hund wahrscheinlich an die längeren Strecken gewöhnen. Nimm also Rücksicht auf seine oder ihre Kondition. Im Normalfall ist es aber kein Problem, Strecken zu finden, auf denen dein Vierbeiner dich begleiten kann. In Naturschutzgebieten und anderen Naturparks muss dein Hund aber an der Leine bleiben. Auch hier hilft es, sich vom Hotelpersonal oder an der Touristeninformation Tipps vor Ort abzuholen.

Weißer Hund in den Bergen
© sasha-sashina/unsplash

Wandern mit der Familie

Sobald ein Kind eigenständig sitzen kann, also bereits ab dem Kleinkindalter, kann man es zu ersten Touren durch die Natur mitnehmen. Hierfür eignet sich die sogenannte Kinderkraxe oder Kindertrage. Diese kann man sich wie einen Rucksack vorstellen, in dem das Kind getragen werden kann. Tatsächlich gelten solche Wanderungen mit Trage als förderlich für die Entwicklung des Kindes. Durch das Bewegen auf unebenem Terrain schult auch das Kind den Gleichgewichtssinn und bekommt früh einen Zugang zur Natur. Damit das Kind sich am Ende nicht langweilt, sollten viele Pausen gemacht werden, in denen sich das Kind frei bewegen, und die Umgebung auf eigene Faust erkunden kann. Während des Wanderns sollte das Kind unbedingt vor Überhitzung oder Unterkühlung geschützt werden.

Ist das Kind im Kindergartenalter kann man Tagesetappen planen, die bis zu drei oder vier Stunden dauern. Geht es das erste Mal raus in den Wald oder in die Berge, sollte idealerweise eine kürzere Tour geplant werden. In den Bergen ist es durchaus zu empfehlen kleinere, einfache Kletterpartien einzuplanen. Daran haben Kinder in der Regel mehr Spaß als an geraden Strecken. Auch sollte man schon bevor es losgeht mit dem Kind sprechen und zum Beispiel erzählen, was es erwartet. Gibt es Highlights wie einen Fluss in dem es spielen kann oder geht es sogar durch einen Tierpark? Auch Verhaltensregeln sollten aufgestellt werden. Es ist wichtig dem Kind schon vor der Wanderung zu vermitteln, wie es sich verhalten sollte und Fragen zu beantworten.

Im frühen Schulkindalter kann man seinem Kind Strecken von bis zu fünf Stunden gut zutrauen. Vorausgesetzt, es kann sich für solche Ausflüge begeistern. Klettern mit Sicherung sollte nach entsprechender Einführung kein Problem mehr darstellen, solange Eltern genug Erfahrung mitbringen. Das Kind wird mehr Freude an der Wanderung haben, wenn es Ausrüstung an die Hand bekommt, mit der es zum Beispiel die Natur besser erforschen kann. Manchen Kindern kann man bereits mit Taschenmessern vertrauen, anderen eher mit Lupenbechern oder Ähnlichem.

Mehr als sechs bis sieben Stunden sollte man mit Kindern die sich bereits im späten Schulkindalter befinden nicht einplanen. Die Kinder verfügen zwar oft bereits über eine gute Ausdauer, mehr als eine entspannte Tagestour sollte es dann aber doch nicht sein. In diesem Alter ist es aber auch stark davon abhängig wie oft das Kind bereits wandern war und wie fit es im allgemeinen ist.

Kind in der Natur
© luke-brugger/unsplash

Kleine Wander-Etiquette

  • Im Wald ist man möglichst leise, um weder Tiere noch andere Wanderer zu stören. Das gilt auch für Kinder.
  • Lasse keinen Müll liegen. Am sinnvollsten ist es den Müll in einer Plastiktüte zu sammeln und diese nach dem Wandern zu entsorgen.
  • Begegnet man sich abseits der überfüllten Touristenpfade, ist es höflich zu grüßen.

Wandern nach Jahreszeit

Jede Jahreszeit hat ihre Besonderheiten:

Im Frühling lohnt sich eine Wanderung vor allem wegen der Blumen die, so weit das Auge reicht, den Waldboden bedecken. Die Temperaturen sind meist noch moderat und du kannst, wenn du Glück hast, die ersten Sonnenstrahlen nach dem Winter genießen. Allerdings ist das Wetter im Frühling nicht immer so beständig und die Regenwahrscheinlichkeit hoch. Auch sind viele Wege nach dem Winter noch aufgeweicht und nicht gut begehbar. Die schönen Aussichten und die klare Luft können dies aber wieder wett machen.

Rind auf der Weide
© Thomas Neumahr

Im Sommer sind besonders Wanderungen entlang an Flüssen, am Meer oder um Seen herum zu empfehlen. So hat man immer die Möglichkeit, sich im Wasser zu erfrischen. Am Meer kühlt zusätzlich der Wind. Trotzdem solltest du immer darauf achten vor der Sonne geschützt zu sein. Wanderst du in den Bergen, solltest du immer mit dem Hotelpersonal oder Einheimischen sprechen, da besonders in den Alpen das Wetter zu jeder Jahreszeit plötzlich umschlagen kann.

Person wandert durch Fluss
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Im Herbst oder Spätsommer ist Wandern am schönsten. Die Blätter verfärben sich und es ist meistens noch relativ warm, wobei nicht ganz so warm wie im Sommer und beständiger als im Frühling. Soll es nicht ganz so hoch hinausgehen, sind im Herbst auch Weinwanderungen durch die deutschen Weinberge zu empfehlen. Nach der Hauptsaison sind in den höheren Gebieten weniger Touristen unterwegs und du kannst die Natur ungestörter genießen.

Herbstlicher Wald
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Im Winter durch den Schnee zu wandern ist eine besonders schöne Erfahrung. Bergbesteigungen bieten sich in dieser Zeit nicht ausnahmslos an, dafür kann man seinen Wanderurlaub wunderbar mit Aktivitäten wie Rodeln oder Skifahren abwechslungsreicher gestalten. Es ist sehr wichtig, sich warm einzupacken und nie ohne Schal, Mütze und Handschuhe loszuziehen. Auch sind nasse Handschuhe besser als keine Handschuhe und halten deine Hände noch vergleichsweise warm. Im Winter lohnt es sich, eine schwere Thermoskanne auf Tagestouren einzupacken um sich zwischendurch bei einem heißen Getränk wieder aufzuwärmen und auszuruhen. Hat man (für die Kinder) noch zusätzlich etwas Schlagsahne zum Kakao dabei gelingt die Schneewanderung bestimmt.

Schneelandschaft in Thüringen

Besondere Wandergebiete

Jetzt braucht es nur noch die passende Region für deinen nächsten Wanderausflug? Für ein bisschen Inspiration haben wir hier fünf Wanderregionen ausgesucht, bei denen jeder auf seinen Geschmack kommt.

Malerweg, Sachsen

Der Malerweg ist ein Rundgang und wird meist in acht Etappen aufgeteilt, für die du jeweils einen entspannten Tagesausflug einplanen solltest. Einige Tagesetappen im Bergland dauern nur vier Stunden und sind leicht zu bewältigen, andere dauern bis zu sieben Stunden und können bereits herausfordernd sein. Wer Zeit hat, kann an den jeweiligen Etappenzielen weitere Übernachtungen buchen, um sich einen Tag auszuruhen oder um die Umgebung zu besichtigen. Es erwarten dich spektakuläre Panoramawege und besondere Sehenswürdigkeiten wie die Bastei.

Die Bastei
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Aber auch ein Besuch in einer Berggaststätte oder ein Ausflug auf den Caspar-David-Friedrich-Rundweg bieten sich an. Der Wanderweg ist mit wenigen Umwegen auch für die Wanderung mit Hund gut geeignet. Kinder sollten aber entweder in der Kinderkraxe dabei sein oder schon im späteren Schulalter sein. Von Sachsen nach Thüringen geht außerdem der Weitwanderweg “Kammerweg”.


Kapelle in Brechtesgaden
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Berchtesgaden

In Berchtesgaden ist für jeden etwas dabei. Im Nationalpark finden Anfänger viele gut ausgebaute Qualitätswege und Profis die nächste Herausforderung. Schöne Aussichten auf Seen und Felsformationen sind für jeden garantiert, da im Zweifelsfall Seilbahnen und Busse den Aufstieg zum nächsten Aussichtspunkt unterstützen. Hier gibt es außerdem viele Angebote für Kinder und hundefreundliche Gasthäuser und Hotels. Auch Wellness-, oder Wanderhotels sowie Berghütten sind in der Region zu finden. Regentage tun deinem Urlaub keinen Abbruch, da etliche Museen und andere Indooraktivitäten eine Vielfalt an Beschäftigung versprechen. Im Winter wird Berchtesgaden zum beliebten Skigebiet. Neben dem Fokus auf Tourismus gibt es dort allerdings auch verschiedene “Umweltbildungsmaßnahmen”, vor allem im Zusammenhang mit dem Naturschutzgebiet.


Schwarzwald & Schluchtenstieg

Wald
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Wenn es nicht gleich die Alpen sein müssen, kannst du auch im Schwarzwald einen erholsamen Wanderurlaub genießen. Denn auch hier findest du einiges an Abwechslung. Du kannst dich für ein Hotel oder eine Ferienwohnung entscheiden, von wo aus du Strecken und Ausflüge planst. Ebenso kannst du dich aber auch für die sechs Etappen des Schluchtenstiegs entschließen und so jede Nacht in einem anderen Hotel übernachten. Der Fernwanderweg im Schluchtenstieg kann übrigens gleich als komplette Tour gebucht werden, ohne das du dich um jedes Hotel einzeln kümmern musst. Es erwarten dich wunderschöne Aussichten und eine abwechslungsreiche Natur mit Wald, Felsen, Bächen und Wasserfällen. Auch kannst du im Schwarzwald verschiedene Burgen und Burgruinen wie die Burg Waldeck besichtigen.


Schloss Neuschwanstein
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Neuschwanstein

Im Schwangau gibt es nicht nur das Schloss Neuschwanstein, sondern auch moderate Gipfel zu erklimmen, wie zum Beispiel den Tegelberg. Hier kannst du wandern, klettern oder die Bergbahn nehmen. Wer es eigentlich eher flach mag, kann die Natur um die verschiedenen Seen und Flüsse herum genießen. Das Gebiet ist sehr einsteiger- und kinderfreundlich und bietet viel Abwechslung. Auch ist das Schloss Neuschwanstein nicht das einzige Schloss, das es zu besichtigen gibt. Sehenswert sind auch das Schloss Linderhof im Ammergebirge und das Schloss Hohenschwangau.

Letzteres liegt genau gegenüber vom Schloss Neuschwanstein, dessen Bau 1869 durch König Ludwig II begann. Hohenschwangau war die Residenz von Ludwigs Eltern.
Wer will, kann bei An- oder Abreise einen Städtetrip anhängen. Liegen zum Beispiel die Städte Freiburg, Karlsruhe, Augsburg, Regensburg oder München zufällig auf dem Weg, sind sie ebenfalls alle eine Besichtigung wert.


Wandern an der Ostsee

Küste
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Wandern geht nicht nur in den Bergen, sondern auch oben im Norden, am Meer. An der Ostsee kannst du bei deinen Wanderausflügen die frische, salzige Meeresbriese genießen, wärend du an Klippen entlang wanderst oder kletterst und bis an den Horizont blickst. Ein großer Vorteil beim Wandern am Meer ist, dass du dir keine Sorgen um große Höhenunterschiede machen musst, da die meisten Wege sehr flach sind. Vorbei an Steilküsten, durch Vogelschutzgebiete und über kilometerlange Holzstege gibt es immer wieder Neues zu entdecken und der Urlaub wird sicher nicht langweilig. Wenn du mal genug vom Wandern hast, kannst du einfach einen ruhigen Tag am Strand verbringen. Gerade auf der Insel Rügen oder um die Stadt Kappeln gibt es viele Möglichkeiten, seine Zeit in der Natur zu verbringen.